Weihnachten 2009 – Part 1

Ich will heute mal ein paar Gedanken zu meinem Verhältnis zum alljährlichen Weihnachtsfest loswerden. Irgendwie fällt es mir in diesem Jahr besonders dolle auf, dass ich Weihnachten irgendwie nicht mag. Ja klar ist es schön, dass man mal die ganze Familie sieht und Zeit mit seinen “Liebsten” verbringen kann. Aber das kann ich in meinem Falle jeden Tag haben, wenn mir danach ist. Alle meine Verwandten leben im Umkreis von ca. 10 Km und wenn ich das ganze Jahr nicht viel mit ihnen mache, außer alle paar Wochen mal vorbei zu schauen und mich mal sehen zu lassen, warum sollte ich dann an Weihnachten ein anderes Verhältnis haben. Ich möchte aber auch betonen, dass ich zu meinen Großeltern und auch zu meinen Eltern kein schlechtes Verhältnis habe. Wobei außen stehende das vllt. so interpretieren würden. Wir machen einfach nicht viel zusammen und wirklich kommunizieren außer vllt. bei gelegentlichen Abendessen tun wir auch nicht. Aber es stört mich nicht, und so weit ich weis meine Eltern auch nicht.

Aber das ist nicht mal das Problem, ich gebe mich auch dieser gesellschaftlichen Konvention hin, und besuche all meine nahen Verwandten an Weihnachten. Mich stört aber dieser allgemeine “Fröhlichkeits- und Fröhlichkeitswahn”, welche sich um die Vorweihnachtszeit ausbreitet. Warum muss man zum Weihnachtsfest Grußkarten verschicken an Personen, die man vllt. das gesamte restliche Jahr nicht gesehen hat? Oder warum macht man zur Weihnachtszeit irgendwelche Duftkerzen an und schmückt das ganzen Haus mit roten und grünen Sachen? Ein Ethologe könnte mir bestimmt erklären, dass die warmen Fraben und das sanftere Licht von Keren und der Duft von Zimt oder anderen Weihnachtsdüften uns von der kalten und dunkeln Außenwelt ablenken soll.

Eine weitere Konvention, die mich an Weihnachten stört, ist dass man fast gezwungen wird etwas zu schenken. Ich bin der Meinung , dass man sich was schenken sollte, wenn einem danach ist, oder mein meint, dass jmd. ein Geschenk braucht um ihn etwas aufzuheitern. Aber in unserer heutigen Welt ist es aber eine art Pflicht geworden zum Weihnachtsfest, zu Ostern und auch zum Geburtstag etwas zu schenken. Aber meistens hat man als Schenkender keine Idee zu diesen Zeitpunkten im Jahr hat und man schenkt dann etwas unbrauchbarer oder etwas falsches.

Ich habe jetzt viel über die gesamte Vorweihnachtszeit gesprochen, aber jetzt möchte ich mal auf den Weihnachtstag (24.12) an sich zurück kommen. Ein typischer Heiligabend sie bei mir seit Jahren gleich aus. Zur Kaffeezeit gehe ich mit meiner Mom zu meinen Grußeltern und trinken dort Kaffee. Es gibt dort immer sehr leckeren Kuchen und auch ist die Athmodphäre eine schöne, aber nach ca. 1 Stunde fällt keinem mehr etwas ein zum erzählen und wir schweigen uns eigentlich nur so an, oder tauschen irgendwelche Belanglosigkeiten aus. Wir erwarten dann alle sehensüchtig die Abendbrotszeit damit man endlich wieder etwas zutun hat. Zwischendurch gab es früher dann noch “Beschehrung”, was aber heutzutage auch nicht mehr sehr lange ist, da wir uns jedes Jahr sagen, dass wir nichts schenken, aber sie nie jemand(außer mir) daran hält. Nachdem das Abendessen dann vorbei ist, tauschen wir noch etwas länger Belanglosigkeiten aus und gehen dann wiedr nach hause. Dann ist es meist so 21 Uhr. Und dann geht erst die richtige Langeweile los, weil alle Feunde die Verpflichtungen bei ihren Familien nach gehen und deshalb keine Zeit oder auch Lust haben etwas zu machen. Im Fernsehen kommt auch nichts und im Internet ist auch nicht viel los. Seit einigen Jahre habe ich mir angewöhnt abends in die Kirche zu gehen und mir den Weihnachtsgottesdienst anzuhören. Das mache ich nicht weil ich kirchlich bin, oder an Gott glaube, aber um das Jahr zu reflexieren und auch mal ein paar andere Leute zu treffen.

Das waren erstmal meine momentanen Kritikpunkte in part II finde ich bestimmt noch ein paar.

2 thoughts on “Weihnachten 2009 – Part 1

  1. Oh du arme blasphemische Welt ;-)

    Aber mal im Ernst: Ich bin auch einer dieser melancholisch-idiotischen Romantiker der (letztes WE also pünktlichst zum 1. Advent) das Weihnachtsoratorium (auf LP) auflegt und den ganzen Vormittag damit verbringt unter dem Weihrauch- und Tannenduft der Räucherkerzen das Haus zu schmücken. Ja auch meine private Sammlung an Räuchermännchen, Nussknackern und Pyramiden (äh nein singular “-mide”) ist in den letzten Jahren ganz schön gewachsen…

    Und warum mache ich das? Na klar, der gemeine (i.S.v. all-) Agnostiker wird jetzt behaupten: “Du bist ein Opfer der Medien und der großen Konzerne die dir ihren Willen aufzwingen und dich dazu bringen Geschenke für deine Verwandten, Bekannten, den Postboten und den Penner der immer vor deiner Wohnung bettelt zu kaufen!” (nicht böse Gemeint liebe Obdachlose Mitgemeinde) Aber wieso immer so kritisch.

    Kann ich das nicht einfach machen weil es mich in irgendein form Beruhigt oder vielmehr weil es mir spass macht?
    Klar, Geschenke sind eine Sache die sich in unserer modernen Kapitalgesellschaft immer mit dem Wort Weihnachten verbinden werden… auch ich habe diesem Jahr meinem pers. Weihnachtsmann ne E-Mail mit meinem Wunsch geschrieben… aber der eigentliche Sinn der für mich hinter Weihnachten steht ist wirklich das ruhige, besinnliche Sein… ob das nun ein beisammenSEIN oder ein aleinSEIN oder auch ein bei-freunden-SEIN ist, ist doch erst ein mal völlig Banane die Hauptsache ist doch eigentlich das man sich in Erinnerung ruft was Weihnachten für einen persöhnlich bedeutet.

    Also ethisch oder wie auch immer geartet…

    Zu dem Thema Familie: es ist schön für dich das du alle deine Verwandten immer bei dir hast, schätze dich glücklich und sei froh wenn es so bleibt.

    Ich würde mich freuen wenn ich mal die ganze Familie an Weihnachten sehen könnte, oder an irgend einem anderen Tag aber Wihnachten macht sich halt gut weil jeder frei hat…und es so leckeres Essen gibt *schmatztschonbeimdrandenken*… da gibt es Leute die ich seit 5-6 Jahren nicht mehr getroffen habe, was sehr, sehr schade ist…

    Es gab aber auch schon Jahre da bin ich Heiligabend mit meinen Freunden nachts um 12 noch inne Disko gefahren was auch sehr schön ist weil man mit den Leuten die man mag Spass hat und im Endeffekt geht es doch genau darum: das jeder das machen kann was er möchte und dabei den größtmöglichen Zuwachs am Rohstoff Glück hat…

    Naja, reiß dich raus aus den Sarkastischen Tiefen und sei gewiss ne Woche nach Sylvester gibts die ersten Osterhaasen ;-)

  2. Ja ich glaube so geht es vielen… Wahrscheinlich haben die meisten Leute keine Beziehung zu Weihnachten bzw. eine, die durch Werbung und Medien geprägt ist.
    Mich stört vor allem, dass jetzt schon alles geschmückt ist, dass der Weihnachtsmarkt schon seit ner Woche offen hat und dass man jetzt schon n schönes Fest gewünscht bekommt beim einkaufen… Is irgendwie schon seltsam, da ja eigentlich im Moment die Adventszeit ist – eine Zeit des Wartens und der Erwartung – so ähnlich wie die Fastenzeit vor Ostern… Wie will man so ein großes Fest wie Weihnachten genießen, wenn man es schon 4 Wochen vorher die ganze Zeit feiert!?
    Wie dem auch sei, ich freue mich auf meine Familie und die Weihnachtstage :)

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