Hiroshima and Osaka

Remembrance and Craziness

24. December 2014

Die nächste Station auf meiner kurzen Reise durch Japan war Hiroshima. Allein aus geschichtlichen Gründen kann man sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Wo ich in Kyoto noch in einem Gästehaus untergekommen war, habe ich mir in Hiroshima ein Hotel geleistet (#YOLO). Mein sehr kleines, aber dennoch sehr funktionales Zimmer war sehr nahe dem “Hiroshima Peace Memorial Museum” gelegen.
Nach meiner Ankunft bin ich demnach auch direkt zum Hiroshima Peace Park gegangen und habe mich auf dem Außengelände umgeschaut. Im Park gibt es eine Reihe von Gedenkstätten für die vielen Menschen, die während des Bombenabwurfs 1945 ums Leben kamen. Auf dem Weg durch den Park kommt man zwangsläufig auch am Friedensdenkmal vorbei. Dies befand sich direkt unter der Atombombe als sie über der Stadt explodierte. Die Druckwelle wirkte in diesem Fall senkrecht auf die Grundmauern ein. Aus diesem Grund sind die Mauern auch noch fast komplett erhalten.

Atomic Bomb Dome

Zu meinem Erschrecken hatte ich beim Auspacken meiner Sachen in Hiroshima festgestellt, dass mein Ladegerät für meinen Kameraakku nicht mehr in meinem Besitz war. Ich musste es wohl in Tokyo oder Kyoto vergessen haben. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich ein neues Ladegerät oder sogar einen Akku kaufen muss. Glücklicherweise war ich ja in Japan und meine Canon 650D lässt es mich auch des Öfteren wissen, dass sie “Made in Japan” ist. Also bin ich in den nächsten Elektronikladen gegangen um ein Ladegerät zu kaufen. Ich wurde schwerstens enttäuscht, da es unmöglich war in den sich über mehrere Stockwerke erstreckenden Elektrofachgeschäften einen passenden Akku oder Ladegerät zu finden. Ich wollte mein Glück nochmals am darauffolgenden Tag versuchen und das Guesthouse in Kyoto und unser Hotel in Tokyo anschreiben, ob es dort eventuell gefunden wurde.

weihnachtliche Fotokunst

Hiroshima Peace Memorial Museum

Am nächsten Morgen habe ich dann den obligatorischen Gang ins Museum angetreten. Die Ereignisse um den 6. August 1945 wurden dort mit unter sehr explizit beschrieben. Das Friedensmuseum ist sehr auf den internationalen Frieden bedacht und schildert den Abwurf der Atombombe als Auslöser für die Bemühungen auf dem Gebiet. Es wird auch das tägliche Leben in Hiroshima und die Lebensbedingungen der Menschen beschrieben, wie es vor dem Abwurf und kurz danach war.

Model des Abwurfs über Hiroshima

Nach dem Museum habe ich meine Gedanken bei einem kurzen Spaziergang durch den Park gesammelt und mich auf den Weg in Richtung des Schlosses von Hiroshima gemacht.

Schloss von Hiroshima

Das Schloss an sich war ganz schön anzusehen und die im Inneren befindliche Ausstellung hat die Geschichte der Stadt und des Hofes wiedergegeben. Beim Verlassen des Schlossparks bin ich dann zufällig an einer Werbeaktion der örtlichen Samurai-Gruppe vorbei gekommen und habe es mir einige Minuten angeschaut. Das Video zur Samurai Performance hatte ich vor einigen Monaten schon einmal im Blog gehabt. Kurz vor dem Ende der Aufführung hat dann mein Kameraakku zum erstem Mal den Geist ausgegeben und ich konnte keine weiteren Aufnahmen machen. Viele Aufnahmen sind daher von dort an mit meinem iPhone entstanden.

Hiroshima Carps

Die Hiroshima Carps sind das Baseball-Team der Stadt und da Japan nach den USA das einzige Land ist, in dem Baseball wirklich ernsthaft gespielt wird, habe ich mich auf den Weg zum Stadtion gemacht. Fast in der gesamten Stadt sieht man Verschlussdeckel in die Erde eingelassen, welche für die Karpfen werben.

Hiroshima Carps

Der Weg vom Schloss zum Stadion war recht lang, aber da ich keine weiteren Pläne für den Tag hatte, habe ich den kleinen Spaziergang gern gemacht. Das Station an sich war durch eine sehr breite Fußgängerbrücke angebunden. Es sah alles sehr verlassen aus. Dennoch entschied ich mich zumindest bis zum Eingangstor zu schauen um einen Blick auf das Innere werfen zu können. Zu meiner Überraschung war es nicht verschlossen und ich konnte einfach eintreten. Die Angestellten des Stadions hatten auch nichts dagegen, dass ich eine kleine Tour mache. Im Inneren fand dann doch tatsächlich ein Baseballspiel statt. Ich schätze es war ein Spiel der Nachwuchsmannschaften. Zuschauer waren nur Eltern, andere Spieler und die Trainer. Ich wollte mich auf einen der ca. 32.000 freien Sitzplätze setzen um dem Spiel etwas zu folgen. Das wurde mir aber sehr schnell vom Personal verboten. Dennoch verweilte ich ein bisschen und guckte bei meinem Rundgang durch das Stadion immer mal wieder auf das Spielfeld. Das Spiel an sich war jetzt nicht sehr spannend, aber das ein oder andere Mal wurde sogar ein Ball getroffen.

Nachwuchsbaseballspiel

Das Museum für zeitgenössische Kunst war nur unweit des Stadions in einem kleinen Park gelegen. Der Spaziergang durch des herbstliche Hiroshima war weitaus angenehmer als die eisige Luft in Kyoto. Leider war ich schon etwas spät dran und konnte mir das Museum nicht mehr angucken. Im Park gab es aber einige Skulpturen und eine davon sah sehr aus wie ein Hüftknochen.

Hüftknochenskulptur

Am Abend versuchte ich nochmals mein Glück ein Ladegerät zu bekommen, leider ohne Erfolg. Der nächste Morgen sah die Weiterfahrt nach Osaka vor und somit verabschiedete ich mich vom südlichsten Punkt meiner Reise und besorgte mir im Bahnhof noch die nötige Sitzplatzreservierung.

Alle Rail-Pass Tickets

Osaka im Kapselhotel

Zu einer Japanreise gehört es natürlich auch einmal in einem der berühmten Kapselhotels zu schlafen. Ein Richtiges gab es in Osaka, der letzten Station meiner Reise, leider nicht. Ich entschied mich für die etwas luxuriösere Variante, ein Kabinenhotel. Der Unterschied besteht darin, dass der Schlafplatz eine 2 mal 2 Meter Kabine ist in der man sogar zwei Schritte gehen kann. Davon waren in dem Hotel sehr viele nebeneinander auf mehreren Etagen untergebracht. Jede Kabine war nur durch einen Vorhang abgetrennt und man konnte das Schnarchen oder Husten jedes Einzelnen hören. Die unterschiedlichen Etagen waren nach Geschlechtern getrennt und es gab nur Einzelkabinen.

meine First Cabin

So langsam war ich des japanischen Stadtbilds überdrüssig und habe mich am Tag meiner Ankunft direkt auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. Osaka hat ein sehr ausgedrehtes Restaurant- und Amüsierviertel. Dieses war nur 5 Minuten von meiner Kabinenunterkunft entfernt und somit sehr gut gelegen. Ich wanderte durch die Straßen und sah Wale und Riesenräder in Shoppingmalls, sowie einige deutsche Restaurants und Bierstuben. In einer dieser Bierstuben bin ich dann auch zum Abendessen eingekehrt.

Dotonbori

Ein weiteres Schloss

Auch Osaka hat ein Schloss und das habe ich mir dann direkt nach dem einem Frühstück aus dem SevenEleven angesehen. Ein kleiner Spaziergang von der letzten U-Bahnstation war schon nötig, aber wie immer hat es die Wintersonne sehr gut gemeint.

Schloss von Osaka

Auch in diesem Schloss wurde auf mehreren Etagen wieder Geschichten und Bekleidungen aus vergangenen Jahren aufbereitet. Die Architektur der Außenmauern war wohl etwas ganz Besonderes zur Zeit der Erbauung, da es auf mehreren Schaubildern und Videoinstallationen beschrieben wurde. Anschließend bin ich noch etwas durch die Stadt gelaufen und habe so einige Köstlichkeiten gegessen und einiges Komisches gesehen. Zum Einen war an einem der Gebäude ein übergroßes Bild von Roy Lichtenstein, dessen Ausstellung ich ja vor einigen Wochen erst in Paris gesehen hatte. Des Weiteren waren Krabben, Kletterwände oder Achterbahnen an Hauswänden nichts besonderes.

Zurück nach Tokyo

Nach gut einer Woche und 3 verschieden Städten musste ich meine Heimreise antreten. Obwohl mein Flug erst am nächsten Morgen, ging hatte ich in Tokyo kein Zimmer mehr gebucht. Ich bin also gegen Mittag in Osaka los und war kurze Zeit später, dank des super schnellen Shinkansens, auch schon in Tokyo angekommen. Hier habe ich meinen großen Koffer in einem Schließfach im Bahnhof einbeschlossen und habe es noch geschafft mir einen Garten anzuschauen, welchen ich in der ersten Woche auf Grund meiner Arbeitszeit nicht geschafft hatte. Tokyo erschien mir sehr vertraut, als ob ich mich dort sehr gut auskannte, und nur mal schnell im Urlaub war. Ich bin sogar nochmal zurück in das Hotel gefahren, in dem ich während der Tokyo Motor Show untergebracht war, um das Ladegerät für meinen Kameraakku abzuholen, das sich mittlerweile dort angefunden hatte.
Da der Rail Pass auch für fast alle Bahnen in Tokyo galt, brauchte ich mir keine Sorgen machen und habe nach Tempel- und Gartenbesuch den Weg zum Flughafen angetreten. Glücklicherweise, musste ich nicht nicht wieder eine Stunde zum außerhalb gelegenen Narita-Airport fahren sondern konnte den City-Airport Haneda ansteuern. Vor meinem Flug hatte ich noch einige Kleinigkeiten wie Sake gekauft und habe dann ganz entspannt auf meinen Flug gewartet.

Abschließend ist zu sagen, dass Japan ein sehr schönes, verrücktes und dennoch liebenswertes Land ist, was, obwohl so hochentwickelt, fremd und eigen erscheint. Das gleiche hatte ich auch schon über Korea gesagt, wobei Korea aber noch viel mehr auf sich selbst bezogen ist. Japan ist aber kulturell unterschiedlicher und bietet jedem Subkulturfetisch eine Nische. Ich würde auf jeden Fall wieder nach Japan reisen um die anderen Landesteile auch noch zu erkunden und würde es auch jedem nahe legen eine sich bietende Möglichkeit zu ergreifen, das Land selbst anzuschauen.

Ohne Kommentar

Wie immer gibt es mehr Fotos im Flickr-Album Japan Fall 2013. Jetzt sind auch alle Fotos der kompletten Japanreise verfügbar.


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